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Repression 2024: Die neuen Zahlen zur Verfolgung

Die Hanf-Repression ist sozusagen kollabiert. 2014/15 gab es noch Höchststände mit rund 65’000 erfassten Straftaten pro Jahr, seither geht es nur noch in eine Richtung mit den Zahlen: herunter. Und dies wirklich massiv: 2024 weist keine 15’000 Verzeigungen mehr auf. Eine krasse Entwicklung!

Das Jahr 2024 hat 2023 nochmals massiv unterboten: Von 15’680 Übertretungs­verzeigungen auf 11’367 herunter, also nochmals ein Rückgang von fast 28 %.

Wie soll man das nennen? Kapitulation? Desinteresse? Auf alle Fälle: Die Polizei hat die Verfolgung von Cannabis in weiten Teilen aufgegeben. In der Basler Zeitung vom 25.3.25 finden sich verschiedene Stimmen aus der Polizei, die das bestätigen: weniger Kontrollen, Fachkräftemangel, begrenzte Ressourcen, Konzentration auf schwere Fälle. Das tönt zwar schön, aber es bedeutet auch, dass der Schwarzmarkt fast tun kann, was er will. Denn auch bei den Vergehen ging es von 3’937 Verzeigungen auf 3’328 Verzeigungen herunter, über 15 %. Statt die Sache einfach laufen zu lassen und den synthetischen THC-ähnlichen Substanzen immer mehr Raum zu geben (mit einem grossen Gefährdungspotenzial), wäre es viel vernünftiger, wir legalisieren Hasch und Gras und es gäbe kontrollierte, saubere Ware und die Geldflüsse würden der Allgemeinheit zu Gute kommen und nicht die Kriminalität alimentieren.

Das ist nun die Aufgabe der nächsten Jahre: Einen ersten Schritt in Richtung Legalisierung zu realisieren. Wir sind gespannt auf den Gesetzesentwurf, der im Sommer veröffentlicht wird. Auch wenn er nicht perfekt sein wird: Etwas Besseres wird es in den nächsten 10 bis 20 Jahren nicht geben. Wir müssen alles unternehmen, damit wenigstens diese, wenn auch restriktive, Variante realisiert werden kann.

Achtung! Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, verzeigt zu werden, massiv gesunken ist, wird man im Fall der Fälle gleich hart verfolgt wie früher. Das erstaunt die Betrof­fenen immer wieder!

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik (Bundesamt für Statistik), grafische Darstellungen durch uns. «Gras» umfasst die Kategorien Cannabis, Marihuana, Hanf (Jungpflanze, Pflanze getrocknet, Pflanze frisch), Hanfsamen. «Hasch» enthält die Kategorien Haschisch-Öl, Haschisch und synthetische Cannabinoide. Bei den Ordnungsbussen wurde die Substanz nicht ­erfasst.

Die Verfolgung von Hanf-Übertretungen 2009-2024

Übertretungen stellen die tiefere Stufe der Illegalität dar. Hier geht es um Konsum von Cannabis sowie die dafür nötigen Vorbereitungshandlungen (Kauf, Besitz, Anbau, Import etc.). Übertretungen werden entweder mit ­Ordnungsbusse oder mit Busse und Gebühren bestraft.

Die Verfolgung von Hanf-Vergehen 2009-2024

Vergehen stellen die höhere Stufe der Illegalität dar. Hier geht es ums Verschenken oder Verkaufen von Cannabis, also um die Weitergabe. Vergehen werden mit Busse, Gebühren, Geldstrafe in Tagessätzen oder in gravierenden Fällen mit Freiheitsstrafe bestraft (bedingt oder unbedingt).

Repression 2024: Wie viel wurde beschlagnahmt?

Es ist eine spezielle und etwas wirre Tabelle, die das BFS zu den Beschlagnahmungen veröffentlicht. Da erscheinen Pflanzen unter Hanfsamen, gibt es Milliliter beim Marihuana. Einen Eindruck gibt sie dennoch. Wir vergleichen die Zahlen 2024 mit denen aus dem Jahr 2023.

Wir sehen auch bei den Beschlagnah­mungen fast überall einen Rückgang. Die ­Anzahl beschlagnahmter Hanfsamen sank von 23’631 auf 7’733, allerdings wurden dazu statt 1.28 kg deren 5.79 kg erreicht, was eine unklare Angabe ist: Sind das ­wirklich alles Hanfsamen oder ist das mit Verpackungen? Auf alle Fälle: Die Hanfsamenverfolgung ist noch lange nicht ­vorbei!

Nach wie vor wurden zehntausende von Hanfpflanzen beschlagnahmt: etwas weniger von den Jungpflanzen, ungefähr gleich viele frische Pflanzen und etwas weniger getrocknete.

Beim Hasch ging es jedoch von 1’195 kg auf 1’332 kg und beim Gras von 2’378 kg auf 3’494 kg herauf. Obwohl die Verzeigungszahlen also weiter sinken, steigen die ­beschlagnahmten Mengen.

Speziell ist auch, dass beim beschlagnahmten Gras nur 3’953 Fälle registriert wurden, während beim Hasch 4’745 Fälle gezählt wurden. Das ist ein Novum und unterstreicht die (wieder) zunehmende Bedeutung von Hasch.

Die Fälle von synthetischen Cannabinoiden oder eher Cannabinoidmimetika sind zwar nicht sehr zahlreich, aber die beschlagnahmten 172 kg sind schon erschreckend (2023 waren es noch 10.28 kg). Das ist eine wirklich schlechte Entwicklung!

Hasch / Gras 2009-2024: wegen Übertretungen Verzeigte

2009 lag das Verhältnis von Hasch zu Gras bei 1 zu 7.5. Dann gingen die ­Zahlen vor allem beim Gras markant nach unten, während sie beim Hasch trotz Schwankungen in ähnlicher Grössenordnung blieben. Damit näherte sich das Verhältnis von Hasch zu Gras an und lag 2024 bei 1 zu 1.25.

Hasch / Gras 2009-2024: wegen Vergehen Verzeigte

Auch bei den wegen Vergehen Verzeigten sehen wir ein ähnliches Bild: Die Zahlen aufgrund von Gras brachen ein, während die Zahlen wegen Hasch relativ konstant blieben. Damit lag das Verhältnis zwischen Hasch und Gras 2009 bei 1 zu 7.3 und 2024 bei 1 zu 1.18.

Anteile an allen Verzeigten nach Altersgruppen 2009-2024

Bei den wegen Hasch Verzeigten nahm der Anteil der unter 20-Jährigen von 20 auf über 40 % zu, eine Verdoppelung während der 16 Jahre der ­Statistik. Bei den wegen Gras Verzeigten nahm der Anteil der unter 20-Jährigen von knapp 40 auf rund 20 % ab.

Zuletzt geändert: 2025/12/03 15:25

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