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Zum ersten Mal stellen wir in dieser Grafik fast alle verzeigten Straftaten rund um Hanf in der Schweiz dar. Anders als früher sind hier Übertretungen und Vergehen nicht getrennt. Ausserdem zeigen wir auch die Hanf-Straftaten, bei denen noch andere Substanzen im Spiel waren.
Die Verzeigungszahlen zu Betäubungsmitteln sind keine einfache Statistik. Es scheint eine komplexe Datenbank zu sein. Deshalb differieren die Zahlen, je nachdem, welchen Blick man darauf wählt. Allerdings dürfen wir nicht direkt in der Datenbank Abfragen machen: Wir sind auf die veröffentlichten, ausgewählten Zahlen des BFS angewiesen.
Dieses Jahr kam die grosse Tabelle, die vieles nach Cannabis aufschlüsselt (die anderen Substanzen interessieren uns nicht), jedoch nicht wie erwartet Ende März heraus. Das BFS muss noch etwas umstellen: Sie soll dann im Sommer erscheinen. Deshalb wählen wir eine andere Sichtweise: Polizeiliche Verzeigungen nach Straftaten in den drei Kategorien Handel, Besitz und Konsum. Die dunklen Farbtöne zeigen die Verzeigungen nur wegen Hanf, die helleren diejenigen, bei denen auch noch andere Substanzen im Spiel waren (diese liessen wir in unseren bisherigen Grafiken weg). Konsumverzeigungen sind Übertretungen, Handelverzeigungen sind Vergehen, Besitz stellt eine Mischung aus beiden dar.
Quelle der Zahlen: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (Bundesamt für Statistik, BFS), grafische Darstellung durch uns. Die Handels-Zahlen bis 2020 und ab 2021 werden leicht anders gezählt.
Es ist eine spezielle und etwas wirre Tabelle, die das BFS zu den Beschlagnahmungen veröffentlicht. Da erscheinen zum Beispiel Pflanzen unter Hanfsamen. Einen Eindruck über die Mengen gibt sie dennoch. Wir vergleichen die Zahlen 2025 mit denen aus dem Jahr 2024 sowie 2023.
Zuerst kommen jeweils die Zahlen fürs 2023, dann 2024 und schliesslich 2025. Die Anzahl beschlagnahmter Hanfsamen sank von 23’631 über 7’733 auf 4'736. Die zusätzlichen Beschlagnahmungen in kg entwickelten sich von 1.28 kg über 5.79 kg auf 2.23 kg. Was «Hanfsamen in kg» genau bedeutet, bleibt unklar (nur Samen oder mit Verpackung?).
Bei den Hanfpflanzen wurden 170'000, 104'000 und 85'000 beschlagnahmt. Die Jungpflanzen werden neu nicht mehr separat ausgewiesen. Beim Hasch ging es von 1’195 kg über 1’332 kg zu 1'347 kg. Beim Gras (ohne die alte Kategorie trockene Pflanzen mit Blüten) entwickelten sich die Zahlen von 2’378 kg über 3’494 kg auf 5'849 kg. Obwohl die Verzeigungszahlen also weiter sinken, steigen die beschlagnahmten Mengen.
Speziell ist auch, dass beim beschlagnahmten Gras 2025 nur 3’588 Fälle registriert wurden, während beim Hasch 3'964 gezählt wurden. Dass es mehr Haschfälle als Grasfälle gibt, kam 2024 zum ersten Mal vor und hat sich nun 2025 wiederholt.
Die Fälle von synthetischen Cannabinoiden oder eher Cannabinoidmimetika sind zwar nicht sehr zahlreich, aber die beschlagnahmten 10 kg, dann 172 kg und nun enorme 2'272 kg sind erschreckend: Chemikalien, die potenziell giftig und viel zu potent sind… Deshalb wollen wir statt dem Schwarzmarkt endlich einen legalen.

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