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Die mobilen Verdampfer sind brauchbar

Nachdem die Tischgeräte vor über zehn Jahren alltagstauglich geworden sind, kamen in den letzten Jahren vermehrt mobile Verdampfer auf den Markt. Diese wollen wir nun intensiv testen. Hier der erste Testbericht über den Arizer Solo.

Arizer Solo: Wie sieht er aus?

Der Arizer Solo besteht im Wesentlichen aus zwei Elementen. Erstens einem Zylinder (11 mal 4.5cm), der das Heizelement und die Steuerung enthält, sowie einem Glasrohr (11.5 mal ­1 bis 1.5cm), das am einen Ende das Abteil für die Kräuter enthält und am anderen Ende das Mundstück. Auf dem Zylinder hat es eine runde Vertiefung, dort wird der Glaskolben eingesteckt, oder eher eingelegt (meistens hat es einiges Spiel). Der Zylinder liegt gut in der Hand, er steht stabil (auch mit Glasrohr oben drauf) und er liegt ebenfalls stabil (beim Aufladen muss er liegen, denn die Stromzufuhr geschieht vom Boden her).

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Los geht’s

Mit gleichzeitigem Druck auf die beiden Knöpfe auf dem Block wird der Arizer Solo eingestellt, was er mit einem Piep kundtut. Anschliessend stellt man mit der linken Taste die Temperatur auf die gewünschte Höhe ein. Sieben LEDs zeigen die Heizstufen an (wir haben sehr häufig mit der Stufe fünf gearbeitet). Mit der rechten Taste kann man die Temperatur wieder reduzieren. Dann beginnt das Aufheizen, was durch eine eigene LED angezeigt wird.

Der Arizer Solo ist schnell betriebsbereit. Bei einer realistischen Temperatureinstellung von Stufe fünf (was einer gemessenen Temperatur von gegen 190 Grad auf dem Boden des Heizelementes entspricht) ist er innert zwei Minuten auf der gewünschten Temperatur. Aber man kann durchaus auch vorher, bei Anzeige von Stufe drei oder vier (also bereits nach einer Minute), schon ziehen und wird erste Dampfwolken inhalieren können. Also muss man nicht lange warten beziehungsweise kann gleich nach dem Befüllen und Einsetzen des Glaskolbens beginnen zu inhalieren.

Nun zieht man nach Belieben. Wenn die Temperatur sinkt, heizt das Gerät automatisch wieder auf die eingestellte Stufe. Das Gerät kann auch gut mal schnell hingestellt werden, wenn man grad nicht mehr möchte.

Das Ergebnis

Mit Druck auf die beiden Tasten stellt man das Gerät aus oder man lässt es laufen, bis es sich 12 Minuten nach dem Einschalten von selbst wieder ausschaltet (was es ebenfalls mit einem Piep quittiert). Dann ist das Dampfgut auch «dure», es ist dann perfekt beige-braun-schwärzlich, je nach Temperatur und Materialart. Nie jedoch haben wir Asche festgestellt, es findet also tatsächlich keine Verbrennung statt.

Schwachstelle 1

Das Schlimmste ist, dass die Füllkammer nur ein «Sieb» mit vier relativ grossen Löchern im Glaskolben hat. Damit fliegen viele und auch grössere Pflanzenteile bis in den Mund, was nun wirklich nicht gut ist.

Die Abhilfe dagegen ist jedoch einfach: ein gutes Metallsieb, wie es in jedem Headshop für verschiedene Pfeifen erhältlich ist, auf die Glaslöcher gelegt hält diese Stückchen zurück, je nach Siebdichte sogar ganz. Damit ist das Inhalierte wirklich nur Dampf, ohne unerwünschte Teilchen im Mund.

Dass das Standardgerät ohne Siebchen ausgeliefert wird und auch nirgends auf diese Schwachstelle durch den Hersteller hingewiesen wird, erachte ich schon für mehr als einen Schönheitsfehler. Auch wenn er wirklich einfach behoben werden kann. Die anderen Schwachstellen sind dagegen einiges geringfügiger:

Schwachstelle 2

Die zweite Schwachstelle beim Arizer ist der Übergang zwischen dem Zylinder, dem Heizblock, und dem Glasrohr. Sitzt das Glas zu fest, kann es brechen, wenn man es schräg herauszieht. Sitzt das Glas zu locker, schwankt es herum, was doch gewöhnungsbedürftig ist. Auch hier können Siebe Abhilfe schaffen: Weitere, allenfalls gewölbte Siebe können die Stabilität des Glaskolbens im Block verbessern. Auch ein zusätzlich eingesetzter O-Ring kann hilfreich sein (aber das Material muss Temperaturen über 200 Grad aushalten können).

Schwachstelle 3

Weiter ist das Glasrohr an dem Ende, an dem es in den Heizblock gesteckt wird, nach dem Betrieb heiss und bleibt das auch noch eine ganze Zeit, nachdem man es aus dem Block genommen und das Dampfgut herausgeschüttelt hat. Da kann man sich durchaus die Finger verbrennen. Bewährt hat sich, den Verdampfer nach dem Ausschalten einfach etwas stehen zu lassen und die alte Befüllung erst beim nächsten Bedarf herauszunehmen. Da es ja keine Verbrennung gibt, stinkt da nichts…

Zubehör und Erweiterungen

Für weitere Verbesserungen, die aber nicht so entscheidend sind wie die Siebchen, stehen viele spezielle Ergänzungen von verschiedenen Anbietern bereit: Rohre aus Holz und Metall (die kaum zerbrechen können), wie erwähnt verschiedene Siebe und O-Ringe, spezielle Aufsätze für Wasserfilterung usw.

Gesamtbewertung Arizer Solo

Das Testgerät hat nun viele Ladezyklen hinter sich, wurde wochenlang herumgeschleppt: auf Wanderungen, Ausflüge, ins Büro. Es hat seinen Dienst immer getan, egal ob am See oder auf 1’500 Meter über Meer.

Einmal ist mir ein Glasteil zerbrochen, aber wenn man Glas verwendet, muss damit gerechnet werden. Ein Ersatzglas kostet um die 15 Franken. Das Teil funktioniert also, sogar sehr stabil. Es hat nie nach Metall oder Plastik gerochen (wie es einige mobile Verdampfer tun). Es erzeugt dichten, reinen, feinen Dampf.

Sowohl Tabak wie auch Hanf können verdampft werden (wenn man je ein eigenes Glasrohr verwendet, kommt der jeweilige Geschmack klar zur Geltung). Auch Mischungen von Tabak und Hanf funktionieren. Die Glaskolben können sehr gut mit etwas Reinigungsalkohol und einem Pfeifenputzer gereinigt werden – das ist der Vorteil von Glas.

Als Zusatzkosten kommen einzig die Siebchen dazu. Ohne solche scheint es mir einfach nicht zu gehen.

Der Akku hält einige Verdampfungen durch: Um die sechs, sieben Verdampfungen konnte ich jeweils durchführen, bevor der Akku wieder geladen werden musste. Das reicht gut mal einen Tag lang aus.

Alles in allem also ein sehr gefreutes Gerät!

Preis und Verfügbarkeit

Im Detailhandel wird das Gerät für 235 bis 250 Franken angeboten (z. B. bei einigen unserer Firmenmitglieder, siehe letzte Seite). Dort gibt es auch Siebchen, und Ersatz-Glasrohre sind ebenfalls lieferbar, meist innert ein paar Tagen. Damit ist das Gerät in der Schweiz gut verfügbar.

Alltagstauglichkeit

Daheim, bei Bekannten oder draussen an einem abgelegenen Platz benutzt man es gerne. Aber in einer Beiz, auf einem belebten Platz oder am Bahnhof hatte ich doch Hemmungen bei der Verwendung. Das Teil ist noch zu gross für die Öffentlichkeit, der Glaskolben erinnert zu stark an eine Pfeife oder ein Bong.

Doch transportabel ist es wirklich: Das Gerät und zwei Glaskolben inkl. Schutzplastik haben locker in einem flachen Tupperware Platz. Wenn man das Ladekabel mit dem Stecker mitnehmen muss, braucht es etwas mehr Platz. Aber auch das ist machbar. Damit ist es ein stabiles mobiles Gerät, das zuverlässig funktioniert und einen überall hin begleitet. Das Gewicht beträgt rund 230 Gramm (inkl. Glasrohr).

Weitere Tests sollen folgen

Wir möchten nun weitere Verdampfer testen. Bedingung ist nur, dass sie mobil sind und sicher keine Verbrennung erzeugen können (also einfach in der Anwendung sind, ohne Basteleien). Dabei interessieren uns wohl am meisten die kleinstmöglichen Varianten, mit denen man am unauffälligsten dampfen kann. Ausserdem sollen die getesteten Geräte und allenfalls nötigen Ersatzteile in der Schweiz gut erhältlich sein.

Auch deine Erfahrungen sind interessant

Testberichte über Verdampfererfahrungen sind immer willkommen. Sowohl Berichte über erfolgreiche Umstellungen vom Rauchen aufs Dampfen, aber auch über das Phänomen, dass nur wenige reine Grasdampfer werden, einige es teilweise in ihr Le­ben einbauen können, viele aber doch den Rauch vorziehen.

thc_recht/li660203.txt · Zuletzt geändert: 2019/05/07 16:24 von sos