Harmlose Kiffer kriminalisiert: Amsterdam zurück in die Steinzeit

Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema hat einen Vorschlag vorgelegt, nach dem nur noch Einwohner der Niederlande einen sog. «Wiet-Pas» bekommen, welcher für den Kauf von Cannabis in Coffee Shops schon ab 2022 Pflicht sein könnte (Tagesschau berichtet, niederländisches Original).

Für Touristen ist dies ein harter Schlag: Konnte man den Urlaub in den Niederlanden bislang noch bequem mit einem Abstecher in Amsterdams zahlreichen Coffee Shops beginnen, drängt einen die neue Regelung zukünftig auf den Schwarzmarkt auf der Gasse.

Bürgermeisterin Halsema möchte mit ihrem Vorschlag eigentlich Kriminalität senken, doch Abstinenz funktioniert bekanntlich nicht (Quelle: Abstinence in Addiction Treatment)!

Touristen wissen natürlich genau, wohin diese Reise führt: In Laufweite um die legalen Coffee Shops tummeln sich dann die Strassendealer, welche gezielt an Touristen verkaufen – so haben wir das bereits persönlich erlebt in US-Städten wie San Francisco (vor der Legalisierung im 2016) oder Seattle. Auch in Uruguay ist ein Schwarzmarkt für Touristen aufgetaucht. Wieder eingeführt wird damit das Risiko, an gestreckten oder gefährlichen Stoff zu gelangen.

Stossend ist auch das Klischee, mit welchem Bürgermeisterin Halsema alle Kiffenden über einen Kamm schert: In ihren Augen ist man offenbar entweder guter Tourist, oder dauer-kiffender Störenfried. Dass man mit ein bisschen Cannabis noch eindrücklicher Amsterdams Kultur, Radwege, Natur oder Musikszene geniessen kann, schliesst Halsema kategorisch aus.

Frau Halsema, wir vom Verein Legalize it! appellieren: Machen Sie Fortschritt in Amsterdam, keinen Rückschritt! Abstinenz und Verbote funktionieren nicht. Setzen Sie stattdessen auf Harm Reduction, Aufklärung und legalen Zugang, für alle Konsumenten inkl. Touristen.

Weitere offene Briefe an Bürgermeisterin Halsema

verein_li/amsterdam2021.txt · Zuletzt geändert: 2021/06/09 10:34 von fabian

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