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Wir haben folgenden Bericht zum Umgang mit einer geringfügigen Menge in Genf erhalten. Stef vergleicht in seinem Bericht den früheren und heutigen Umgang damit. Ein gewaltiger Unterschied! Wir sind froh, dass wir als Verein zusammen mit weiteren engagierten Personen zu dieser Veränderung haben beitragen können.
Ich möchte Sven und dem gesamten Team von Legalize it! von ganzem Herzen für die Arbeit danken, die ihr in Genf und anderen Städten der Schweiz geleistet habt. Und zwar aus folgendem Grund:
Letzte Woche bin ich mit meiner Partnerin mit dem Zug von Genf aus gereist. Ich hatte auch ein kleines Stück Haschisch in meiner Tasche. Plötzlich sah ich fünf Polizisten mit einem Hund in den Zug steigen. Der Hund ist ja bekanntlich der beste Freund des Menschen… Aber aufgrund seines ausgeprägten Geruchssinns sicherlich nicht der beste Freund von Cannabiskonsumierenden. Der Hund kam auf mich zu und „markierte” mich, d. h. er zeigte auf seine Weise, dass er „etwas” gerochen hatte.
Ich hatte mein Stück sorgfältig in Zellophan verpackt und mir danach die Hände gewaschen, aber das reichte wohl nicht aus, denn der Geruch von Haschisch ist hartnäckig. Als die Polizisten die Reaktion des Hundes sahen, fragten sie mich, ob ich „etwas Besonderes” bei mir hätte. Ich war kurz versucht, die Dosis aus dem Zug zu werfen, da die Tür noch offen war, oder sie zu schlucken, aber ich entschied mich, ehrlich zu sein und sagte ihnen, dass ich ein Stück von 1 Gramm Hasch bei mir hätte. Sie nahmen es mir ab und überprüften unsere Ausweise.
Ich dachte mir: „Zumindest werden sie mir die Ware wegnehmen und mir eine Geldstrafe auferlegen oder sogar mehr…” Zu meiner grossen Überraschung sagten sie mir, dass alles in Ordnung sei, und gaben mir sogar das kleine Stück zurück. „Auf Wiedersehen, mein Herr, und einen schönen Tag noch”, und das war alles …
Ich war sehr positiv überrascht, denn vor zehn Jahren, als ich „einen kleinen Einkauf auf der Strasse“ machte, wurde ich festgenommen, mit Handschellen gefesselt und zur Polizeiwache gebracht, wo ich einer Durchsuchung unterzogen wurde – hallo Demütigung – und einem wirklich unangenehmen Verhör durch Polizisten, die damals nicht besonders nett waren, aber nun ja, dafür werden sie ja auch nicht bezahlt. Ausserdem wollten sie, dass ich den Dealer denunziere, aber sie warten immer noch auf die Antwort…
Kurz gesagt, ich wurde wie ein Quasi-Krimineller behandelt wegen einer Menge Gras, die nicht einmal vier Gramm erreichte, und natürlich haben sie mir eine Geldstrafe auferlegt und, als Krönung des Ganzen, mich beim Strassenverkehrsamt denunziert, obwohl ich zwar einen Führerschein habe, aber nie Auto fahre. Das lag auch daran, dass ein Genfer Politiker, dessen Namen ich nicht nennen werde, Anweisungen gegeben hatte, speziell gegen Konsumierende vorzugehen. Das hat übrigens nicht funktioniert, vor allem weil es in Genf sehr viele Konsumierende gibt, die, wenn sie verhaftet werden, keine Informationen preisgeben. Das Ergebnis dieser Politik war, dass die Polizei viel Zeit und damit Geld für Kleinigkeiten verschwendete und sich schliesslich entschloss, sich wichtigeren Angelegenheiten zu widmen als der einfachen Jagd auf Kiffer.
Was für Veränderungen in zehn Jahren! Deshalb möchte ich hier erneut meine unendliche Dankbarkeit gegenüber Sven und dem gesamten Team von Legalize it! zum Ausdruck bringen, die hart dafür gearbeitet haben, dass der einfache Besitz von Haschisch und Gras (maximal 10 Gramm) nicht mehr streng bestraft wird.
Ich sage euch nochmals ein grosses Dankeschön und Bravo, auch wenn der Kampf für die Legalisierung noch nicht vorbei ist und noch ein langer Weg vor uns liegt.
Es lebe das freie Cannabis!
Stef de Genève
