Guten Tag {name}
Hier unsere Webupdates aus den letzten Wochen:
Heute eine äusserst spezielle Geschichte aus dem Strassenverkehr. Sie zeigt, dass man selbst ohne irgendeinen Konsum grosse Kosten tragen muss, wenn die Polizei halt einen Verdacht hat: Ein Autofahrer wird kontrolliert, alle Test sind negativ, ärztlicher Untersuch positiv, trotzdem Kosten von rund 1'500 Franken und die Rechtsschutzversicherung will nicht wirklich aktiv werden…
Doch lies selbst: Strassenverkehr: Zahlen ohne Schuld. Wirklich eine unschöne Geschichte!
Am letzten Samstag haben wir von 12 bis 19 Uhr den Entwurf für ein Cannabisproduktegesetz diskutiert.
Die Bestimmungen zum Konsum sind ziemlich gut: Konsum ist frei, Besitz und Anbau mit Grenzen legal. Die maximal drei Pflanzen und der Anbau nur in der eigenen Wohnung ist allerdings restriktiv.
Gewerbsmässiger Anbau und Produktion ist mit Bewilligung möglich, ähnlich wie schon heute für die Pilotprojekte. Der erste grosse Haken liegt beim Verkauf: Dieser soll nur mit Konzessionen möglich sein, das ist sehr restriktiv. Eine Bewilligung erhält eine Firma, wenn sie die Bedingungen erfüllt. Eine Konzession hingegen kann verweigert werden, auch wenn die Bedingungen erfüllt sind.
Das grösste Problem ist aber die Höhe der Lenkungsabgabe: Diese wird vom Bundesrat in einer Verordnung bestimmt und angepasst. Die Höhe ist also nicht im Gesetz festgehalten. Allerdings gibt es im Bericht eine illustrative Tabelle, die so hohe Sätze enthält, dass ein Gramm Gras oder Hasch mit 20 % THC über 20 Franken kosten würde. Damit kann man den Schwarzmarkt kaum ernsthaft in Bedrängnis bringen (und dieses Ziel ist unverständlicherweise auch im Gesetz nirgends erwähnt).
Wir arbeiten nun unsere Vernehmlassungsantwort bis Ende September in allen Details aus.
Der Gesetzesentwurf für ein Cannabisproduktegesetz umfasst bereits happige 47 Seiten. Auch wenn die Seite 47 leer ist (zur Entspannung sozusagen), ist es doch ein rechter Brocken: 92 Artikel zählt der Entwurf, dazu kommen noch Änderungen an anderen Gesetzen. Der erläuternde Bericht umfasst 182 Seiten, dazu ein paar Seiten Literaturverzeichnis. Auch dafür braucht es Stunden!
Ist das wirklich so kompliziert mit dem Hanf? Eigentlich ja nicht. Aber der Entwurf will viel Kontrolle, also regelt er das Ganze auch sehr akribisch.
Nun haben einige Aktive die Texte gelesen und vordiskutiert. Diesen Samstag, 13. September, besprechen wir das Ganze ab 12 Uhr open end. Wir sind gespannt, was die verschiedenen Aktiven dazu meinen!
Hinweis: Am 15. September ist in Zürich Knabenschiessen, deshalb ist unser Büro feiertagshalber geschlossen.
In diesen Tagen bekommen unsere Mitglieder die aktuelle Nummer 107 unseres Magazins Legalize it!
Die Herbstnummer enthält ein Politik-Update zum Start der Vernehmlassung des Cannabisproduktegesetzes, einen zweiten Blick auf die Verfolgungszahlen 2024 in Bezug auf das Verhältnis Hasch/Gras sowie die Altersverteilung und schliesslich einen Artikel über die Digitalisierung unseres Papier-Archivs.
Das komplette Magazin werden wir ab Dezember als PDF verfügbar machen.
Werde Mitglied, damit du (z. B. auch per E-Mail) immer auf dem Laufenden bist – du ermöglichst so unsere Tätigkeiten und unterstützt den Verein. Legalize it!
Wir haben zudem eine weitere Ausgabe unseres Magazins Legalize it! pdfisiert. Die Ausgabe 106 steht nun sowohl als Ganzes wie auch als Einzelartikel in den Bereichen Politik, Justiz und Szene zum Download bereit. Die aktuelle Ausgabe (#107) ist nach wie vor unseren Mitgliedern vorbehalten.
Nun sind die Unterlagen veröffentlicht worden. Folgende Dokumente gibt es zu lesen:
Entwurf Cannabisproduktegesetz
Die Startseite zur Vernehmlassung enthält Links zu weiteren Dokumenten
Zu den Verordnungen, die wichtige Präzisierungen enthalten würden, gibt es bisher keine Entwürfe.
Alle sollten die Texte möglichst rasch lesen und bei Interesse eine Rückmeldung geben. Was findet ihr gut, was schlecht? In welche Richtung soll unsere Vernehmlassungsantwort gehen?
Viele können sich nicht vorstellen, in ein Strafverfahren wegen THC verwickelt zu werden. Meistens geht ja auch alles gut: Sei es Konsum, Verkauf, Autofahren… Doch geraten weit über 10'000 Menschen jedes Jahr in ein solches Strafverfahren wegen Hanf. Wir haben einige aktuelle Dokumente von 2025 aufgeschaltet, die zeigen, wie ein solches Strafverfahren enden kann.
Wir sind immer interessiert an Dokumenten (Strafbefehle, Verfügungen, Protokolle, Untersuchungen sowie Erlebnisberichte). Denn das Gesetz ist das eine, aber die konkrete Umsetzung sieht man nur in den Strafbefehlen der Staatsanwaltschaften. Du kannst sie uns gerne mailen, vorbeibringen sowie per Whatsapp oder Threema übermitteln (siehe die Angaben im Footer dieser Seite).
Hanfige Grüsse
Fabian, Markus, Michael und Sven
Vorstand Verein Legalize it!
P.S. Wenn du uns mit einer Spende unterstützen möchtest: Hier findest du alle Möglichkeiten dazu.